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Hochzeits A B C

( Brauchtum in Kärnten und in der Steiermark)

  • Blüten streuen

Blumenkinder, meistens ein Mädchen und ein Junge, tragen kleine Körbchen mit bunten Blüten, die zu Ehren des Brautpaares nach der Trauzeremonie gestreut werden. Durch diesen Brauch sollen die Fruchtbarkeitsgötter angelockt werden, die für einen reichen Kindersegen sorgen. Wenn die Kinder sehr klein sind, solltet Ihr das Blumenstreuen mit den Kindern vor der Hochzeit einmal üben, denn gerne wird das ganze große Körbchen von den Kleinen auf einmal ausgeleert.

  • Brautjungfern

Brautjungfern hatten ursprünglich eine Schutzfunktion für die Braut zu erfüllen. Alle trugen gleiche Kleider, um so die bösen Geister (oder auch Brauträuber) zu verwirren. Sie können die Braut nicht mehr finden, um sie zu entführen. Eine weitere Variante behauptet, dass sich Jungfern aus dem Heimatort der Braut, die noch unverheiratet waren, die Möglichkeit bot, einen Mann zu finden. Um allen die gleichen Möglichkeiten zu bieten, wurden sie einheitlich eingekleidet. Üblich war es, dass die Braut für die Ausstattung der Brautjungfern aufkam. 

  • Braut aufwecken

Dieser Hochzeitsbrauch ist vor allem am Land üblich – er wird oft auch als „Aufwecken“ bezeichnet, weil meistens schon um 5 Uhr in der Früh mit der Schießerei beim Elternhaus der Braut begonnen wird, da die Braut üblicherweise die letzte Nacht als unverheiratete Frau im Elternhaus verbringt. Es kann auch durchaus sein, dass das Wecken eine ganze Blasmusikkapelle übernimmt.
Einerseits sollen durch den Lärm böse Geister vertrieben werden und andererseits soll ein neuer Lebensabschnitt begrüßt werden.

  • Brautstehlen

Das Brautstehlen findet immer während des Hochzeitsfests statt. Freunde der Brautleute lenken den Bräutigam und den Trauzeugen ab, um die Braut mit dem Brautstrauß zu entführen. Dann geht´s zum Sekttrinken in ein nicht all zu weit entferntes Lokal. Der Trauzeuge und der Bräutigam müssen die Braut suchen und die Rechnung bezahlen, sozusagen als Auslöse für seine Braut.

  • Falsche Braut

Wenn der Bräutigam die Braut abholt, dann kommt zuerst die falsche Braut aus dem Haus. Der Beistand des Bräutigams hat die Aufgabe diese entsprechend zu "entlohnen", damit diese den Weg für die richtige Braut freimacht. Ein gutes Verhandlungsgeschick ist hier sicher von Vorteil. Dieser Hochzeitsbrauch soll böse Geister verwirren.

  • Brautschleier

Der Hochzeitsschleier darf selbst von der Mutter oder besten Freundin der Braut nicht vor dem Hochzeitstag ins Haar der Braut gesteckt werden. Nach altem Aberglauben könnte dies das Paar schon bald wieder auseinander bringen.

  • Brautstraußwerfen

Die Braut wirft ihren Brautstrauß in die Menge der nicht verheirateten Frauen der Hochzeitsgesellschaft. Diejenige Frau, die den Brautstrauß fängt, würde die nächste Braut werden. 

  • Brauttanz

Während die Braut mit jedem Mann tanzt, werden in einem Körbchen Münzen gesammelt, als kleine Starthilfe für das Brautpaar.

  • Hochzeitskranz

Der Braut wird um Mitternacht der Brautkranz abgenommen, als Symbol für den Übergang von ihrem alten Leben ins Eheleben.

  • Etwas Neues, etwas Altes, etwas Geliehenes und etwas Blaues

Etwas Neues, werden meistens das Brautkleid und die Schuhe sein.
Etwas Geliehenes, könnte eine Jacke oder ein besticktes Stofftaschentuch sein. Strümpfe oder eine schöne Halskette einer Freundin fallen hier auch in die engere Wahl.
Etwas Altes - Dafür werden sehr gerne Erbstücke verwendet. Das könnte ein Schmuckstück von der Mutter sein.
Etwas Blaues, hier ist ein blaues Strumpfband der große Favorit. Dieses kann auch ein geliehenes und/oder altes sein, und vereint so mehrere gewünschte Eigenschaften. Aber auch blaue Blumen im Brautstrauß oder im Haarschmuck könnten das gewünschte "Blaue" sein.

Etwas Neues ---> zeigt auf den neuen Lebensabschnitt der Braut
Etwas Geliehenes ---> deutet auf gute Freundschaft und Glück in der Ehe
Etwas Altes ---> zeigt auf den nun endenden Lebensabschnitt der Braut
Etwas Blaues ---> Blau ist die Farbe der Treue, aber auch das Sinnbild für einen Sohn der dem jungen Paar     geschenkt werden soll.

  • Gemeinsames Anschneiden der Hochzeitstorte

Braut und Bräutigam schneiden gemeinsam die Hochzeitstorte an - als Zeichen für ihren Zusammenhalt und Einigkeit in der bevorstehenden Ehe. Wer beim gemeinsamen Anschneiden der Hochzeitstorte die Hand obenauf hat, der soll der Herr bzw. die Frau im Haus sein auf ewig.

  • Maut - Wegsperre

Der Weg zum Standesamt, zur Kirche oder zur Tafel (regional unterschiedlich) wird dem Brautpaar abgesperrt mit Dingen die mit dem Beruf oder dem Zuhause der Brautleute etwas zu tun haben.
Dann wird vor Ort eine berufliche oder allgemeine Aufgabe verlangt die zeigt, ob der Bräutigam seine zukünftige Familie auch ernähren kann - seine Frau gut kochen, waschen, bügeln etc.

  • Die Morgengabe

Das Brautpaar schenkt sich gegenseitig am Hochzeitsmorgen ein ganz persönliches Geschenk. Wenn der Bräutigam seiner Auserwählten das Geschenk unter den Kopfpolster legt, heißt es, werden ihm noch viele glückliche Ehetage beschert.

  • Reiswerfen

Wenn die Jungvermählten beim Verlassen der Kirche mit Reiskörnern beworfen werden, kann in der Ehe wirklich nichts mehr schief gehen. Die bösen Geister, die das junge Glück stören könnten werden besänftigt und auch dieser Brauch sichert reichen Kindersegen, Glück und Reichtum.

  • Trauzeugen

Die Aufgabe der Trauzeugen liegt darin, dass sie später bezeugen können, dass die Brauleute das "JA- Wort" wirklich in Liebe gegeben haben. Das lässt sich daraus verstehen, dass eine Trauung sowohl im kirchlichen als auch im staatlichen Bereich auch ein "rechtswirksamer Vertrag" ist.Zwei Trauzeugen müssen dazu benannt werden, dabei ist es nicht erforderlich, dass diese katholisch sind.

  • Weinsegnung in der Kirche

In der Kirche wird der Wein (Hanswein) gesegnet und danach wird damit angestoßen! (Agape)

  • Zeremonienmeister

Meistens ein guter Freund. Er sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Hochzeitsfeier.